Jetzt scheint es aber ein paar Kilometer weiter flussabwärts riesige Steinhöhlen zu geben in denen immer noch Steinmännle wachsen und sogar noch von einer Königin betreut werden! Ein paar mutige Erwachsene haben sich erst vor kurzem in diese Höhlen gewagt und sie so freigeräumt dass man einen Blick hineinwerfen kann und sogar mit den kleinen Steinmännle reden kann, wenn schon alt genug natürlich. Wir freuen uns alle diese alten Papierstücke abschreiben zu dürfen und zeigen hier schonmal eine der Geschichten die darauf zu lesen sind.
Der erst seit kurzem wieder zugängliche 3-stöckige Keller der barocken Klosterruine war am heutigen Sonntag für Besucher geöffnet, ausserdem fanden Führungen statt die überraschenden Besucherandrang auslösten. Trotz der recht grossen Gruppen hatte man genug Raum zum Entdecken und konnte interessante Erzählungen und Fakten zur langen Geschichte des Klosters Frauenalb erfahren.
Links: Einladungsprospekt
Die um 14 Uhr geplante Führung musste in 2 grosse Gruppen aufgeteilt werden, der Besucherandrang war beachtlich.
Architekt Gerhard Stöckle, der “gute Geist” des Projekts Kloster Frauenalb und seine Schwiegertochter Heidi meisterten diese Aufgabe aber mit bravour und führten zeitgleich durch den ober- und den unterirdischen Teil der liebevoll restaurierten Ruine.
Die zweite Gruppe begann im oberen Teil und Heidi Stöckle fasziniert von Begann an mit alten Sagen oder geschichtlichen Fakten aus dem Albgau im Mittelalter.
Der mittlerweile asphaltierte Innenraum der barocken Kirchenruine, schon oft Ort für diverse Kulturveranstaltungen fasziniert mit Ausblicken auf und durch das alte Mauerwerk, man spürt auch ohne die Erzählungen die ereignisreiche Zeit des Klosters vom Mittelalters bis in die Neuzeit, wo es bis zum letzten verheerenden Brand als Fabrik diente.
Einer nach dem anderen wagte sich herunter zur Baustelle die sich als sehr schön aufgeräumt aber authentisch erwies. Von Klosterbräuchen bis zu Heimatgeschichten wurde berichtet und die geplante halbe Stunde Aufenthalt verging sehr kuzweilig. Das ehrenamtliche Engangement aller Beteiligten machte eine Verlängerung möglich sodass jeder in Ruhe dieses faszinierende Gewöbe entdecken konnte. Die auf dem Bild zu sehenden Stützpfeiler würden übrigens erst nachträglich eingebaut weil den Statikern der Betrieb von Maschinen auf dem gemauerten Kellergewölbe zu unsicher war. Ursprünglich trugen alleine die drei Ebenen von Stützbogen die Last der Kirche, der Keller wurde wohl hauptsächlich zum Geländeausgleich so tief angelegt da das Kloster im engen Albtal am Hang gebaut wurde. Als Laie vermute ich eine umgekehrte Anordnung wie überirdisch:eine sich nach unten verjüngende Bogenkonstruktion zur Kraftverteilung auf das umgebende Erdreich. Herr Stöckle kann darüber bei weiteren Führungen sicher fachkundigere Erläuterungen liefern.
Endlich klärte sich auch das Geheimnis um den sagenhaften unterirdischen Gang vom Kloster weg, angeblich zum benachbarten Herrenklosters. Da die Strecke bis Bad Herrenalb nun aber doch recht weit ist und der Forscherdrang möglichen Gängern längst auf die Spur geklommen ist erfuhr der interessierte Besucher dass sogar 2 Stollen existieren. Wie in jeder mittelalterlichen Befestigungsanlage hatte man versteckte Gänge zum nächsten Wasserlauf und eine Fluchtmöglichkeit in die entgegengesetzte Richtung zur Bergseite. Der Gang zur Alb ist heute wieder zugänglich, allerdings nur mit bergmännischer Ausrüstung, normalen Besuchern bleibt der Blick in die Eingänge.
Mit weiteren spannenden Geschichten aus vergangenen Zeiten wurde es auch den wartenden Besuchern nicht langweilig. Heidi Stöckle gestaltete als schier unversiegbare Quelle für spannende Heimatgeschichten die Wartezeit sehr kurzweilig und macht neugierig auf zukünftige Besuche in Frauenalb und Umgebung.
Den weiteren Nachmittag konnten die Besucher dann bei traumhaftem Wetter in der bezaubernden Klosterkulisse verbringen, ein Besuch dieses Kleinods im Albtal ist aber immer empfehlenswert und nicht auf solche Führungen beschränkt. Ein kleines Museum ist verrät Zeitgeschichliche Details und der oberirdische Teil der Ruine jederzeit frei zugänglich; Ein perfekter Ort um ungestört Ruhe zu finden und faszinierende Kulturgeschichte in naturbelassener Landschaft zu erleben. (mjs/lm)
Die Bildunterschriften entstammen übrigens teilweise der erst kürzlich in einer alten Ettlinger Truhe entdeckten Sage von der Herkunft der Steinmännle im Albgau.